Klein- und Minikredite: Was man als Verbraucher wissen muss

Wer im Internet nach Krediten mit einer niedrigen Summe sucht, findet eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Angeboten. Der Begriff des „Kleinkredits“ oder „Minikredits“ ist nicht geschützt, deshalb darf letztlich jede Bank einen Kredit mit individuellen Konditionen anbieten. Vor allem gibt es erhebliche Unterschiede bei der maximalen Kredithöhe. Wer also eine Finanzierung über einen kleinen Betrag sucht, sollte sehr genau auf das Kleingedruckte achten, um den richtigen Anbieter zu finden. Zwei interessante Alternativen auf dem österreichischen Markt sind Cashper und Cashpresso. Sie weichen von der Kreditvergabe zu den üblichen Konditionen ab und sollten deshalb im Kreditvergleich nicht fehlen.

Was ist ein Klein- oder Minikredit?

Prinzipiell versteht man unter einem Klein- oder Minikredit eine Finanzierung über eine geringe Kreditsumme. Üblich sind Summen in Höhe von mehreren 100 Euro bis zu 5.000 Euro. Sind höhere Finanzierungen gewünscht, spricht man meist eher von einem klassischen Ratenkredit. Die Vertragslaufzeit kann aufgrund der geringen Summe ebenfalls sehr überschaubar sein. Manchmal leiht man sich das Geld nur für wenige Tage oder Wochen aus, manchmal aber auch für mehrere Monate. Bei der Bonitätsprüfung ist es möglich, etwas weniger strenge Maßstäbe anzulegen als bei klassischen Ratenkrediten. So sind zum Beispiel einige Mini- oder Kleinkredite auch mit einem Eintrag beim Kreditschutzverband erhältlich, während man einen Ratenkredit über eine höhere Summe nicht mit einer KSV-Eintragung bekommt. Die Rückzahlung erfolgt bei den meisten Krediten mit einer regelmäßigen Monatsrate, die angepasst an die Kreditsumme sehr überschaubar sein dürfte. Um schnell wieder schuldenfrei zu sein, ist es bei Kleinkrediten ratsam, möglichst schnell zu tilgen, damit die Zahlungsverpflichtung erlischt.

Was man in einem Vergleich der Minikredite beachten sollte

In erster Linie handelt es sich bei einem Klein- oder Minikredit um eine Zahlungsverpflichtung, die zuverlässig zurückgezahlt werden muss. Die Kosten für diese Leistung sollen für den Kreditnehmer überschaubar bleiben. Deshalb kommt es bei einem Vergleich der Konditionen für Klein- und Minikredite darauf an, dass sie zu den finanziellen Wünschen und Möglichkeiten des Kreditnehmers passen. Im Mittelpunkt des Vergleichs stehen die Zinsen, die Flexibilität und die Anforderungen an den Kreditnehmer.

Große Unterschiede bei der Zinshöhe

Wie bei jedem klassischen Ratenkredit stehen die Zinsen auch bei einem Kleinkredit für die Kosten. Zu unterscheiden sind der gebundene Sollzins und der Effektivzins. Der gebundene Sollzins richtet sich unter anderem nach dem Zinsniveau am Markt, aber häufig auch nach der Höhe der Kreditsumme, nach der Laufzeit und nach der Bonität des Kreditnehmers. Der Effektivzins setzt sich aus dem Sollzins und den Gebühren zusammen. Die Differenz zwischen Soll- und Effektivzins sollte möglichst gering sein, denn nur dann sind auch die Bearbeitungs- und Verwaltungsgebühren überschaubar. Insgesamt ist natürlich wünschenswert, dass die Zinsen so niedrig wie möglich sind. Im Bankenvergleich wird häufig schnell deutlich, dass es erhebliche Unterschiede bei den Zinsen der Anbieter gibt.

Warum die Flexibilität eine Rolle spielt

Als Kreditnehmer sollte man ein Interesse daran haben, den Kredit so zügig wie möglich zurückzuzahlen. Dazu bieten sich auch Sonderzahlungen oder eine Gesamtrückführung vor Ablauf des Vertrags an. Dafür sollten möglichst keine Vorfälligkeitszinsen anfallen. Im Kreditvergleich sollte man darauf achten, dass der Anbieter für vorzeitige Rückzahlungen aller Art keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt. Das ist sinnvoll, um bei der Rückzahlung so flexibel wie möglich zu sein. Auch die Aussetzung, die Erhöhung und die Reduzierung der Kreditraten fallen unter die Flexibilität. Je mehr Freiraum die finanzierende Bank einräumt, desto freier kann der Kreditnehmer entscheiden, wie er seinen Kleinkredit zurückzahlt.

Anforderungen an Kreditnehmer variieren

Der Kreditgeber will natürlich sicher sein, dass er das ausgeliehene Geld wieder zurück bekommt. Deshalb achtet er auf die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Der Kreditgeber fordert vermutlich einen Nachweis des regelmäßigen Einkommen an, außerdem will er einen KSV-Auszug sehen. Gerade an dieser Stelle unterscheiden sich aber die Ansprüche der Kreditgeber deutlich. Bei Klein- und Minikrediten sind viele Anbieter bereit, etwas großzügiger vorzugehen. Deshalb ist es oft auch für Kreditnehmer mit einem KSV-Eintrag möglich, einen Kredit aufzunehmen. Für den Kreditnehmer lohnt es sich, genauer auf die Details zu achten, denn es gibt hier ganz enorme Unterschiede zwischen den Anbietern. Vor allem Kreditnehmer mit einer etwas schwachen Bonität oder mit einem geringen Einkommen sollten genau darauf achten, welche Anforderungen der Kreditgeber stellt, denn es ist durchaus möglich, dass die Kreditwürdigkeit bei Klein- und Minikrediten nicht so streng geprüft wird wie bei einem klassischen Ratenkredit.

Cashper ist Österreichs erster bank-lizensierter Kleinkreditanbieter

Das Geschäftsmodell von Cashper hebt sich von den Ansätzen anderer Kreditanbieter ab. Die maximale Kreditsumme beträgt 600 Euro, die Kreditlaufzeit beträgt 15 Tage, 30 Tage oder 60 Tage. Damit empfiehlt sich der Anbieter für alle Anlässe, in denen kurzfristig eine geringe Summe Geld nötig ist. Ob es sich dabei um den Kauf eines Laptops, um die Reparatur der Waschmaschine handelt oder ob Geld aus anderen Gründen nötig ist, spielt bei der Vergabe keine Rolle. Der Kreditnehmer muss bei der Beantragung nur angeben, wie viel Geld er ausleihen will und wie lange die Laufzeit sein soll. Innerhalb von 24 Stunden soll das Geld auf dem Konto des Kreditnehmers sein, wie der Anbieter auf seiner Webseite angibt. In dringenden Fällen ist eine Blitzüberweisung möglich, so dass das Geld noch am Tag der Beantragung ausgezahlt wird. Positiv fällt die schnelle Kreditentscheidung auf, denn der Bescheid soll innerhalb von 60 Sekunden beim Kreditnehmer vorliegen. Das lässt vermuten, dass es sich bei der Genehmigung um einen Automatismus handelt, so dass die Kreditprüfung anhand der Eingaben des Kreditnehmers durch einen online hinterlegten Entscheidungsprozess stattfindet. Der Kleinkredit von Cashper eignet sich somit ganz klassisch für den Fall, dass ein finanzieller Engpass für kurze Zeit zu überbrücken ist. Die geringe Kreditsumme gibt dem Kreditnehmer die Sicherheit, dass er sich nicht zu einer langen Rückzahlung verpflichtet, die ihn über viele Monate oder Jahre begleitet. Ein Kleinkredit von Cashper kann immer wieder beantragt werden. Es handelt sich also nicht um eine einmalige Angelegenheit, durch die sich die Bonität des Kreditnehmers verschlechtert. Wenn nötig, kann nach der ersten Registrierung immer wieder ein Kreditgesuch gestellt werden. Interessant ist der Cashper-Kleinkredit auch für Kreditnehmer mit einem Eintrag beim KSV. Durch die kurze Laufzeit kann ein Kleinkredit unter Umständen auch dann vergeben werden, wenn dieser Eintrag vorhanden ist.

Cashpresso als Anbieter eines unabhängigen Dispokredits

Ähnlich interessant wie das Cashper-Modell ist auch der Ansatz von Cashpresso. Hinter Cashpresso steht ein FinTech aus Wien. Der Anbieter wirbt damit, dass der unabhängige Dispositionskredit bis maximal 1.500 Euro vom Smartphone aus beantragt werden kann. Die Kontoeröffnung erfolgt vollständig online und soll innerhalb von zehn Minuten durchgeführt sein. Der Kreditrahmen wird sofort eingeräumt und kann frei nach Belieben in Anspruch genommen werden. Interessant ist, dass dieser Disporahmen unabhängig vom eigenen Bankkonto angeboten wird. In der Regel ist ein Dispokredit an ein Bankkonto gekoppelt, das man bei seiner Hausbank führt. Cashpresso geht mit seinem Kleinkredit einen anderen Weg und bietet eine Dispositionsrahmen an, über den man immer wieder neu verfügen kann. Der Anmeldeprozess erfolgt vollständig in papierloser Form, die App steht für Android und iOS zur Verfügung. Alternativ kann das Webportal genutzt werden. Damit spricht Cashpresso bevorzugt Kunden an, die ihre Bankprozesse digital abwickeln und dazu ein beliebiges mobiles Endgerät nutzen. Zur Validierung der Personalien wird die Video-Identifizierung genutzt, das heißt, eine weitere Verifizierung ist nicht nötig. Ein Dispokredit hat den Vorteil, dass nicht jedes Mal ein neuer Kredit beantragt werden muss. Wann immer ein finanzieller Engpass besteht, kann er mit Hilfe des Dispokredits überbrückt werden. Da es sich um einen Dispokredit handelt, sind die Zinsen im Vergleich recht hoch. Allerdings sind sie nur für die Beträge zu zahlen, für die der Kredit beansprucht wird.

Fazit: Ein breites Angebot erfordert genauen Vergleich

Bis vor wenigen Jahren waren Minikredite als Kredite mit geringer Kreditsumme bekannt, die innerhalb einer überschaubaren Zeitspanne zurückzuzahlen waren. Deshalb ähnelte ein Klein- oder Minikredit dem klassischen Ratenkredit. Heute hat sich das Bild am Markt etwas gewandelt. Vor allem durch das Internet sind neue Alternativen hinzugekommen, sie machen es möglich, dass kleine Finanzierungen sehr schnell und vollständig online beantragt werden können. Der Kreditnehmer gewinnt dadurch erheblich an Flexibilität, wenn er einen kurzfristigen finanziellen Engpass überbrücken will. Aufgrund der großen Bandbreite an Angeboten in unterschiedlichster Ausgestaltung ist es aber nötig, die Konditionen genau zu vergleichen und zu prüfen. Nur dann darf man recht sicher sein, den Kreditgeber zu finden, der perfekt zum individuellen Finanzierungsbedarf passt und der ein maßgeschneidertes Angebot vorlegt.

Quellen:
Klein und Minikredit
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