Ein Ratenkredit ist unglaublich vielfältig einsetzbar, denn es gibt fast nichts, was man dadurch nicht finanzieren kann. Eine Wohnungseinrichtung, ein Auto, einen Computer oder ein Smartphone sind nur einige der Beispiele, die man damit bezahlen kann. Selbst Urlaubsreisen, eine Hochzeit oder eine Zahnarztrechnung lassen sich finanzieren. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Ratenkrediten. Ihr steht ein breites Angebot gegenüber, denn die Banken stehen untereinander in einem harten Wettbewerb um solvente Kunden, und viele Offerten suggerieren, dass ein Ratenkredit schnell und leicht erhältlich ist. Bevor man einen Vertrag unterschreibt, sollte man allerdings wissen, was es mit dieser beliebten Finanzierungsform auf sich hat und welche Verpflichtungen man eingeht.

Was ist ein Ratenkredit?

Ein Ratenkredit wird häufig auch als Konsum- oder Verbraucherkredit bezeichnet. Er dient in der Regel der Finanzierung eines Kaufs oder einer Leistung. Eine Zweckbindung besteht bei einem Ratenkredit meistens nicht, deshalb kann letztlich fast alles damit finanziert werden. Entsprechend vielfältig sind die Verwendungszwecke. Angefangen beim Kauf eines neuen Autos, eines schnellen Computers oder Handys über den neuen Fernseher, die Waschmaschine oder die Wohnungseinrichtung lässt sich alles finanzieren. Selbst immaterielle Dinge wie eine Hochzeit oder eine teure Reise kann man mit einem Ratenkredit bezahlen. Diese große Vielfalt ist ein Grund dafür, warum der Ratenkredit so beliebt ist.

Wie funktioniert ein Ratenkredit?

Wer einen Ratenkredit aufnimmt, leiht sich Geld aus. Der Geldgeber ist üblicherweise eine Geschäftsbank. Sie stellt die gewünschte Summe bereit und überweist sie auf das Konto des Kreditnehmers. Bei einem Barkredit wird sie in Bargeld ausgezahlt. Das ausgeliehene Geld zahlt der Kreditnehmer in fest vorgegebenen Raten über den vereinbarten Zeitraum zurück. Eine übliche Vertragslaufzeit besteht zum Beispiel aus 60 oder 72 Monaten. Der Kreditnehmer muss Monat für Monat eine konstante Rate zurückzahlen, bis die Schuld vollständig abgezahlt ist. Somit besteht jede Kreditrate aus einem Tilgungsanteil. Zur Tilgung kommen die Zinsen hinzu, denn für die Inanspruchnahme des Kredits ist eine Gebühr zu zahlen. Diese Gebühren werden als Zinsen bezeichnet. Die monatliche Kreditrate bleibt konstant, der Zinsanteil sinkt allerdings, weil er sich immer auf die verbleibende Restschuld bezieht. Im Gegenzug nimmt der Tilgungsanteil zu. Am Anfang der Laufzeit zahlt der Kreditnehmer einen hohen Anteil Zinsen, zum Ende der Laufzeit geht die Monatsrate fast vollständig in die Tilgung ein. Durch die gleichbleibende Monatsrate hat der Kreditnehmer ein hohes Maß an Planungssicherheit und weiß genau, mit welcher finanziellen Belastung er pro Monat rechnen muss.

Wer darf einen Ratenkredit aufnehmen?

Wer in Österreich einen Verbraucherkredit aufnehmen will, muss voll geschäftsfähig sein und ein Konto bei einer österreichischen Bank führen. Der regelmäßige Wohnsitz muss in Österreich sein. Weitere Voraussetzungen sind in der Regel nicht zu erfüllen. Damit der Kredit genehmigt wird, sollte der Kreditnehmer allerdings eine gute Bonität nachweisen können. Unter der Bonität versteht man die Kreditwürdigkeit und damit die finanzielle Fähigkeit, das ausgeliehene Geld wie vereinbart zurückzuzahlen. Die Bank prüft also genau, ob der Kreditnehmer aller Voraussicht nach finanziell in der Lage ist, die monatlichen Raten zu zahlen. Bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit kommt es auf ein regelmäßiges Einkommen und auf die Eintragungen beim Kreditschutzverband (KSV) an.

So prüft die Bank das Einkommen

Ein regelmäßiges Einkommen ist für die Bank eine sehr wichtige Voraussetzung, wenn man einen Ratenkredit aufnehmen will. Im Idealfall steht der Kreditnehmer in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Ist er nur befristet tätig, sollte der Kredit zurückgezahlt sein, wenn die Befristung endet. Mit dieser Forderung stellt die Bank sicher, dass Einkünfte vorhanden sind, um die monatliche Rate längerfristig sicher zu bedienen. Das Einkommen ist bei der Kreditbeantragung in der Regel durch einen Nachweis zu belegen. Dabei handelt es sich meist um eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung. Üblicherweise sind die letzten zwei bis drei Monatsabrechnungen vorzulegen, wenn der Kreditantrag eingereicht wird. Natürlich können auch Selbstständige einen Ratenkredit aufnehmen. Bei ihnen wird die Kreditwürdigkeit aber noch genauer geprüft. Die Bank verlangt dazu meistens die letzten Steuerbescheide, auch Kontoauszüge können gefordert sein, um den Eingang eines Einkommens zu belegen. Mit der sehr sorgfältigen Prüfung der Bonität stellt die Bank sicher, dass der Kreditnehmer finanziell so solide aufgestellt ist, dass er seine Raten längerfristig zahlen kann und dass keine Überschuldung droht. Zur Prüfung stellt sie das Einkommen den monatlichen Ausgaben einschließlich der Kreditrate gegenüber. Sofern das monatliche Einkommen vermuten lässt, dass die Rate längerfristig nicht bezahlt werden kann, droht eine Ablehnung des Kreditantrags. Als Alternative kann die Bank zusätzliche Sicherheiten fordern. Das kann zum Beispiel ein weiterer Kreditnehmer mit einer guten Bonität oder ein Bürge sein. Er muss einspringen, wenn der Kreditnehmer seine Zahlungsverpflichtung nicht mehr erfüllen kann.

Was es mit der KSV-Anfrage auf sich hat

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Bonitätsprüfung bezieht sich auf die Eintragungen beim Kreditschutzverband, kurz als KSV bezeichnet. Hier sind alle Daten eines Verbrauchers gespeichert, die sich auf sein Zahlungsverhalten auswirken. Es handelt sich um eine vergangenheitsbezogene Betrachtung. Das bedeutet, hier sind Verträge aufgeführt, die der Kreditnehmer in der Vergangenheit abgeschlossen hat und die für eine Kreditbewilligung von Bedeutung sind. Typische Eintragungen beim KSV sind Darlehen oder Kredite, aber auch Verträge über Mobilfunktarife oder ein Kfz-Leasing. Aus der Prüfung dieser Einträge will eine Bank beurteilen, ob der Kreditnehmer in der Vergangenheit alle Zahlungsverpflichtungen pünktlich erfüllt hat oder ob es zu Unregelmäßigkeiten kam. Sofern es Eintragungen gibt, die darauf schließen lassen, dass ein Kreditnehmer nicht pünktlich und vertragsgemäß zahlt, ist die Gefahr groß, dass ein Kreditantrag abgelehnt wird. Deshalb ist man als Verbraucher gut beraten, darauf zu achten, dass die Daten beim KSV zutreffend und aktuell sind. Nach Ablauf der gesetzlichen Speicherfristen kann man Eintragungen übrigens löschen lassen. Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit zu prüfen, ob noch alle Angaben in Ordnung und auf dem aktuellen Stand sind. Dann läuft die Prüfung bei einer anstehenden Kreditprüfung schneller ab.

Wie findet man einen günstigen Ratenkredit?

Wer den Kreditmarkt in den letzten Jahren ein wenig beobachtet hat, stellt fest, dass die Zinsen für Ratenkredite so günstig sind wie noch nie zuvor. Das niedrige Zinsniveau greift prinzipiell für alle Kreditarten, so dass auch klassische Immobiliendarlehen oder Hypothekarkredite davon betroffen sind. Es ist der Entwicklung an den Kapitalmärkten nach der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 geschuldet. Danach sind die Zinsen nicht nur in Österreich, sondern auch in den angrenzenden europäischen Ländern wie Deutschland stark gesunken. Vor rund zehn Jahren war ein Ratenkredit noch erheblich teurer zu finanzieren als vor fünf Jahren oder als heute. Trotzdem lohnt es sich, die Zinsen zu vergleichen, denn sie unterscheiden sich von Bank zu Bank ganz erheblich voneinander. Wissen muss man, dass die Banken in einem großen Wettbewerb um zahlungskräftige Kunden stehen. Deshalb versuchen sie, sich gegenseitig mit immer neuen attraktiven und flexiblen Angeboten zu übertrumpfen. Wer also Zeit hat und es bei der Kreditaufnahme nicht sehr eilig hat, sollte unbedingt die Konditionen prüfen, bevor man den Vertrag unterschreibt.

Die Zinsen als wichtigster Faktor im Kreditvergleich

Die Kreditzinsen stehen für die Kosten einer Finanzierung. Man unterscheidet den gebundenen Sollzins, der durch das Marktgeschehen vorgegeben ist vom Effektivzins. Er ist etwas höher als der Sollzins, weil der effektive Zins noch die Bearbeitungsgebühren enthält. Erfahrene Kreditnehmer achten darauf, dass der Effektivzins nicht zu stark vom Sollzins abweicht. Je größer die Differenz ist, desto höher sind nämlich auch die Bearbeitungsgebühren. Am schnellsten vergleicht man die Zinsen übrigens mit Hilfe eines Onlinevergleichsrechners. Dazu gibt man die gewünschte Kreditsumme und die Vertragslaufzeit an. Der Rechner greift dann auf alle am Markt veröffentlichten Angebote zu und stellt sie in einer Übersicht zusammen. Der Kreditnehmer erkennt dann auf einen Blick, welcher Anbieter besonders günstige Zinsen bietet und kann sich unter allen Banken für seinen Favoriten entscheiden. Neben den Zinsen spielen aber noch weitere Kriterien im Vergleich eine Rolle.

Wie man die Flexibilität eines Kredits erhöht

Für die meisten Kreditnehmer sind geringe Zinsen von großer Bedeutung. Aber auch flexible Konditionen sind nicht zu unterschätzen. Im Idealfall ist es zum Beispiel möglich, einen Ratenkredit ohne zusätzliche Kosten vorzeitig zurückzuzahlen und Sondertilgungen zu leisten. Auch ein Tilgungswechsel oder ein Zahlungsstopp können interessant sein, wenn es zu vorübergehenden finanziellen Engpässen kommt. Wer solche Bedingungen vereinbart, schließt nicht nur einen günstigen, sondern auch einen flexiblen Kredit ab, der über einen langen Zeitraum ein Höchstmaß an Sicherheit bietet.

Fazit: Ein Ratenkredit eignet sich für viele Verbraucher

Sofern die Bonität ist Ordnung ist, kommt ein Ratenkredit für unterschiedlichste Kreditnehmer mit sehr individuellen Wünschen gut in Frage. Attraktive Zinsen und flexible Rückzahlungen machen es möglich, nahezu jede Anschaffung zu finanzieren, wenn sie nicht aus vorhandenen Rücklagen gezahlt werden soll. Mit einem Ratenkredit hat der Kreditnehmer deshalb die Freiheit, sich einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen, ohne dafür zu tief in die Tasche greifen zu müssen.

Quellen und weitere Infos:

https://durchblicker.at/ratenkredit
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/so-findet-man-den-besten-ratenkredit-15455423.html

Der Ratenkredit in Österreich: Alle Infos zur beliebten Kreditform
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